Scheiß drauf. Wie ich nach über 8 Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt habe

Es gibt diesen Moment, in dem du weißt, dass etwas nicht mehr passt. Nicht weil etwas explodiert ist. Nicht weil es einen dramatischen Auslöser gab. Sondern weil du irgendwann morgens aufwachst und denkst: So soll das nicht bleiben.

Bei mir hat dieser Moment lange gebraucht, bis er laut genug war.

Das Sicherheitsdenken, das mich aufgehalten hat

Über 8 Jahre lang habe ich im Marketing gearbeitet. B2B, B2C, Chemie, Bau, Technologie, Startups, Mittelstand. Ich habe Kampagnen gemanagt, Strategien entwickelt, Teams aufgebaut, Großprojekte geleitet.

Und gleichzeitig hatte ich diesen Gedanken immer wieder im Hinterkopf: Eigentlich könnte ich das auch für mich machen.

Was mich aufgehalten hat, war nicht fehlendes Wissen. Es war Sicherheitsdenken. Das Gehalt am Monatsende. Die Struktur. Das Gefühl, dass es unverantwortlich wäre, etwas aufzugeben, das funktioniert.

Irgendwann hatte es klick gemacht. Nicht laut, nicht dramatisch. Einfach dieser eine Gedanke: Scheiß drauf. If you never try, you will never know. Und lieber ich habs versucht als: Hättest du mal besser.

Thailand, Strand, Website

Was danach kam, war alles andere als zögerlich. Ich habe einen Businessplan erstellt. Mich mit allem auseinandergesetzt, was ich brauchte. Einen Business Coach gebucht. Mich darauf vorbereitet, online zu gehen.

Und meine Website habe ich in Thailand fertiggestellt. Am Strand.

Das klingt romantischer als es war, Laptop, Sonnencreme, schlechtes WLAN, aber es stimmt. Und es war genau das richtige Symbol dafür, wofür ich das alles mache: selbst entscheiden, wann ich arbeite, wo ich arbeite und wie mein Tag aussieht.

Lieber abends als morgens. Auch am Wochenende, weil ich mir unter der Woche spontan frei genommen habe. Das ist keine Unstrukturiertheit. Das ist meine Struktur.

Was niemand dir vorher sagt

Am Anfang denkst du: Ich muss nur sagen, dass ich selbstständig bin, und die Kunden kommen.

Das war Wunschdenken.

Was wirklich kommt, ist erstmal Stille. Keine Anfragen, die automatisch reinfließen. Keine Auslastung, die sich von selbst ergibt. Und das Lernen, damit klarzukommen, ist einer der unbequemsten Teile des Anfangs.

Gleichzeitig habe ich gemerkt: Ich hatte in dieser Zeit ohnehin viel zu tun. Sichtbarkeit aufbauen. Netzwerktreffen. Die eigene Ausrichtung schärfen. Das Angebot konkretisieren. Wenn ich von Anfang an voll ausgelastet gewesen wäre, wäre sehr vieles davon zu kurz gekommen.

Gönn dir den Moment am Anfang. Schieb die Ungeduld weg, so gut es geht. Komm ins Vertrauen. Und glaub an dich und deinen Traum.

Das ist nicht spirituelles Beiwerk. Das ist praktische Notwendigkeit. Wer in der Anfangsphase in Panik verfällt, trifft schlechte Entscheidungen.

Warum ich das hier schreibe

Ich helfe Unternehmen und Selbstständigen dabei, ihr Marketing richtig aufzustellen. Klar zu kommunizieren. Sichtbar zu werden. Das ist meine Arbeit und meine Leidenschaft.

Aber ich schreibe das hier auch, weil ich weiß, dass da draußen jemand sitzt, der genau diesen Gedanken kennt: Eigentlich könnte ich das auch für mich machen.

Wenn du das bist: Die Frage ist nicht ob du bereit bist. Die Frage ist ob du es versuchen willst.


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